Wissenswertes zu Deutschförderung, Integrations- und Sprachkursen

Der frühzeitige Erwerb von Deutschkenntnissen (allgemeinsprachlich und berufsbezogen) ist eine notwendige Voraussetzung für die Integration von geflüchteten Menschen in den Arbeits-/Ausbildungsmarkt. Anbei finden Sie wichtige Informationen und aktuelle Regelungen rund um Deutschförderung, Integrations- und Sprachkurse.

Anbei finden Sie eine erste Übersicht über die Möglichkeiten der Deutschförderung für geflüchtete Menschen.

 

Integrationskurse 

Seit November 2015 erhalten Asylbewerber und Geduldete mit jeweils guter Bleibeperspektive einen Zugang zu Integrationskursen des Bundes. Hier finden Sie relevante Informationen zur Teilnahme am Integrationskursen für Asylsuchenden und Geduldeten.
1. Wer kann am Integrationskurs teilnehmen?

♦ Personen mit Aufenthaltsgestattung und einer guten Bleibeperspektive (zurzeit Asylbewerber aus Iran, Irak, Syrien, Eritrea und Somalia)

♦ Personen mit Duldung nach § 60 a Abs. 2 S. 3 AufenthG

♦ Personen mit einer Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Abs. 5 AufenthG. Anerkannte Asylbewerber, die Leistungen nach dem SGB II beziehen, werden zur Teilnahme am Integrationskurs verpflichtet.

♦ Alles Wichtige zum Integrationskurs finden Sie im Merkblatt. Dieses ist erhältlich in DeutschArabischEnglischFarsiFranzösischKurdisch-KurmanciSomaliTigrinya.

 

2. Ab wann kann der Antrag auf Zulassung zum Integrationskurs gestellt werden?

♦ Asylsuchende können ab der Stellung des Asylantrages auch einen Antrag auf Zulassung zum Integrationskurs stellen.

 

3. Wo kann man den Antrag auf Zulassung zum Integrationskurs stellen?

♦ Den Antrag muss man beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Referat 326, 90343 Nürnberg einreichen.

♦ Den Antrag auf Zulassung zum Integrationskurs gibt es in sechs Sprachen:Deutsch • Farsi • Arabisch • Kurdisch-Kurmanci • Somali • Tigrinya.

 

4. Wie lange ist die Zulassung zum Integrationskurs gültig?

♦ Die Zulassung zu einem Integrationskurs ist drei Monate gültig. Innerhalb dieser Zeit kann sich der Teilnehmende zu einem Integrationskurs bei einem Integrationskursträger anmelden.Eine Übersicht über Integrationskursträger findet man im Auskunftssystem des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge oder im KURSNET.

 

5. Was kostet die Teilnahme an einem Integrationskurs?

♦ Menschen, die für den Integrationskurs zugelassen sind, werden automatisch von den Kosten befreit.

 

6. Werden die Fahrtkosten erstattet?

♦ Fahrkosten werden durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erstattet. Hierfür muss ein separater Antrag auf Fahrkostenerstattung bei der Regionalstelle gestellt werden. Diese finden Sie im Ursulum 18-20, 35396 Gießen, Telefon: 0911 943-71291, E-Mail: GIE-Posteingang@bamf.bund.de

 

7. Welche Änderungen in der Integrationskursverordnung gibt es durch den Integrationsgesetz?

♦ Asylsuchende mit guter Bleibeperspektive (derzeit die Herkunftsländer Syrien, Iran, Irak, Eritrea und Somalia) können im Zuge der neuen rechtlichen Grundlagen seit dem  01.01.2017 zur Teilnahme am Integrationskurs verpflichtet werden, wenn sie Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen und die zuständige Leistungsbehörde sie zur Teilnahme auffordert.

♦ Nehmen Verpflichtete nicht am Integrationskurs teil, können ihnen Leistungen gekürzt werden.

♦ Ein Anspruch auf Teilnahme am Integrationskurs besteht nur noch ein Jahr anstatt wie bisher zwei Jahre.

♦ Kursträger werden verpflichtet, eigene Kursangebote transparent zu machen bzw. diese zu veröffentlichen.

♦ Kursträger veröffentlichen freie Kursplätze sowie ihr Angebot an Integrationskursen auf der Plattform KURSNET der Bundesagentur für Arbeit. Es ist für alle Beteiligten so leichter erkennbar, wann und wo der nächste freie Platz in einem Integrationskurs verfügbar ist.

♦ Zukünftig sollen Integrationskurse spätestens nach 6 Wochen nach der Anmeldung zum Integrationskurs zustande kommen, statt nach 3 Monaten.

♦ Die Unterrichtseinheiten für Orientierungskurs sind auf 100 Unterrichtseinheiten erhöht und stärker auf die Wertevermittlung ausgerichtet.

 

8. Anträge und Merkblätter

♦ Alle zurzeit verfügbaren Anträge und Formulare für die Teilnahme an einem Integrationskurs finden Sie im Überblick hier zum Download.

 

Berufsbezogene Deutschkurse

In den Integrationskursen lernen Zugewanderte die deutsche Sprache und bekommen die ersten Informationen über deutsche Gesellschaft und deren Wertesystem. In den daran anschließenden berufsbezogenen Sprachkursen werden arbeitsuchende Migrantinnen und Migranten und Flüchtlinge kontinuierlich auf den Arbeitsmarkt vorbereitet.

1. Berufsbezogene Deutschförderung – das ESF-BAMF-Programm

♦ Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bietet für Menschen mit Migrationshintergrund Kurse für berufsbezogene Sprachförderung an. Die Kurse verbinden Deutschunterricht, berufliche Qualifizierung und die Möglichkeit, einen Beruf durch ein Praktikum näher kennenzulernen.

 

2. Wer kann an dem ESF-BAMF berufsbezogenem Deutschkurs teilnehmen?

♦  Die ESF BAMF berufsbezogene Deutschförderung richtet sich an den Kunden mit Migrationshintergrund (unabhängig von Staatsangehörigkeit und der Zeitpunkt der Zuwanderung), wenn…

  • ihre Deutschkenntnisse nicht ausreichend sind, um einen Arbeitsplatz zu finden;
  • sie arbeitslos bzw. arbeitssuchend gemeldet sind und/oder Leistungen nach SGB II oder SGB III beziehen;
  • sie einen Integrationskurs absolviert haben oder bereits ausreichende Deutschkenntnisse haben;
  • sie die Schulpflicht erfüllt haben.

♦ Auch Asylsuchende und Geduldete können am ESF BAMF berufsbezogenen Kurs teilnehmen, wenn Sie im Rahmen der Bundesprogramme "ESF-Integrationsrichtlinie Bund" oder "ESF-Bundesprogramm für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge II" können an ESF-BAMF-Kursen betreut sind.

Hinweis: Grundvoraussetzung für die Teilnahme am ESF-BAMF berufsbezogenem Deutschkurs ist mindestens Sprachniveau A1.

 

3. Was wird in einem ESF-BAMF berufsbezogenem Deutschkurs angeboten?

♦ Der Kurs beinhaltet Deutschunterricht, Qualifizierungsmodul und Praktikum bis zu 730 Unterrichtseinheiten (6 Monate bzw. 12 Monate bei Teilzeitkursen).

 

4. Wo findet man den passenden ESF-BAMF berufsbezogenen Deutschkurs?

♦ Eine Liste der berechtigten Kursträger (geordnet nach Bundesland) finden Sie hier.

♦ Kurse findet man auch direkt über das Kursnet der Bundesagentur für Arbeit => ANLEITUNG zur Kurs-Suche

 

5. Berufsbezogene Deutschförderung (DeuFöV) gem. §45a AufenthG

♦ Am 01. Juli 2016 erweiterte der Bund das Angebot an berufsbezogener Sprachförderung für Menschen mit Migrationshintergrund: Die berufsbezogene Deutschsprachförderung wurde zu einem Regelinstrument der Sprachförderung des Bundes. Sie wird vom BAMF umgesetzt und baut unmittelbar auf den Integrationskursen auf.

 

6. Wer kann an dem berufsbezogenen Deutschkurs nach §45a AufenthG teilnehmen?

♦ Die berufsbezogene Deutschförderung nach §45a AufenthG richtet sich an den Kundinnen und Kunden mit Migrationshintergrund (Zugewanderte, einschließlich der Geflüchteten, die sich im Anerkennungsverfahren befinden und eine gute Bleibeperspektive haben; Bürgerinnen und Bürger der EU, Deutsche mit Migrationshintergrund), wenn…

  • sie arbeitslos bzw. arbeitssuchend gemeldet sind und/oder in der Regel Leistungen nach SGB II oder SGB III beziehen; eine Ausbildungsstelle suchen, sich bereits in der Ausbildung befinden oder gerade das Anerkennungsverfahren für ihren Berufs- bzw. Ausbildungsabschluss durchlaufen;
  • bereits einen Integrationskurs absolviert haben und/oder bereits Deutsch auf B1, B2 oder C1 Niveau sprechen;

♦ Hinweis: Grundvoraussetzung für die Teilnahme an den Basismodulen ist Sprachniveau B1.

 

7. Was wird in einem berufsbezogenen Deutschkurs nach §45a AufenthG angeboten?

♦ Die Struktur der nationalen berufsbezogenen Sprachförderung ist modular aufgebaut und beinhaltet Basis- und Spezialmodule:

Basismodule

Die Grundstruktur der nationalen berufsbezogenen Deutschsprachförderung stellen die sogenannten Basismodule dar. Es wird unterschieden zwischen drei Basismodulen:

  • B1 auf B2
  • B2 auf C1
  • C1 auf C2

Jedes Basismodul umfasst 300 Unterrichtseinheiten. Sie sind inhaltlich allgemeinsprachlich mit berufsbezogenen Unterrichtseinheiten aufgebaut. Jedes Modul schließt mit einer Zertifikatsprüfung ab.

Spezialmodule

Neben den Basismodulen sind verschiedene Spezialmodule vorgesehen, die u.a. folgende Schwerpunkte haben werden wie z.B

  • Spezialmodule wie die berufsbezogene Deutschsprachförderung für Personen, die sich im Anerkennungsverfahren befinden;
  • Spezialmodule mit verschiedenen Fachrichtungen, um fachspezifische Inhalte, beispielsweise im Pflege-, oder kaufmännischen Bereich, gezielt zu vermitteln;
  • Spezialmodule für Teilnehmende aus dem Integrationskurs, die das Niveau B1 nicht erreicht haben. Dieser Gruppe stehen Spezialmodule mit dem Eingangsniveau A1 und A2 zukünftig zur Verfügung.

 

8. Wer darf den berufsbezogenen Deutschkurs (gem. §45a AufenthG) anbieten?

♦ Eine Übersicht der heimischen zugelassen Träger finden Sie hier.

 

 

Kindergarten und Schule

Was ist bei der Anmeldung an einer Kindertagesstätte oder einer Schule zu beachten? Gibt es eine Unterstützung für Schulmaterialien oder Fahrtkosten? Nachfolgend haben wir die wichtigsten Informationen zusammengestellt.

♦ Erfolgreich Deutsch lernen - Förderkonzept für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund in Hessen: Informations-Flyer des Hessischen Kultusministeriums

Hier erfahren Sie, was Sie bei der Anmeldung Ihres Kindes an einer Kindertagesstätte oder einer Schule beachten müssen.

♦ Regelungen zur Übernahme von Fahrtkosten im Rahmen des Besuchs von INTEA-Klassen für Kunden des Jobcenters

• Im 1. Schuljahr werden Fahrtkosten auf Antrag vom Landkreis Gießen (Fachbereich 4, Schule) übernommen. Die Kostenübernahme für die Schülerbeförderung   muss bei der Anmeldung zum Schulbesuch im Sekretariat der jeweiligen Schule beantragt werden. Details siehe hier.

• Ab dem 2. Schuljahr können die Fahrtkosten über das Bildungs- und Teilhabepaket beim Jobcenter geltend gemacht werden.

 

Alternativangebote

♦ Im Internet sind Links zu kostenlosen Deutsch-Lernprogrammen der Deutschen Welle (DW) und des Verbandes der Deutschen Volkshochschulen (DVV) veröffentlicht: